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Zwischen Weltspitze und Finanzkrise: die Saison-Eröffnung der Mailänder Scala

Drucken 08.08.2006, 16:35 Uhr, Vermischtes
Mailand. Am 7. Dezember 2006 eröffnet die Mailänder Scala die neue Saison mit einer Premiere der Extraklasse: Aida, das faszinierende Drama aus der Ära der Pharaonenherrschaft mit seinem zeitlosen Stoff und Verdis wunderbaren musikalischen Umsetzung, hat bis heute nichts von seiner überwältigenden Wirkung eingebüßt.

Im Dezember 1985 hat die Inszenierung von Franco Zeffirelli an der Mailänder Scala mit Luciano Pavarotti als Radames neue Maßstäbe gesetzt. Nach gut 20 Jahren kehrt Aida mit einer Neuinszenierung desselben Franco Zeffirelli zurück an die Mailänder Scala. In den Hauptrollen werden Violeta Urmana, Irina Makarova, Roberto Alagna und Antonello Palombi zu hören sein, unter der Leitung des Stardirigenten Riccardo Chailly.

Die Premiere von Aida ist mit sehr hohen Erwartungen an alle Beteiligten verbunden und gibt gleichzeitig den Ton an für die kommende Saison. Es sind 264 Aufführungen geplant, davon dreizehn Opern und sechs Ballette. Mit dem neuen Programm strahle das Theater eine einmalige und unerschöpfliche Energie aus, so der Intendant Lissner.

Der Grund für diese Überzeugung liegt sicherlich nicht in der finanziellen Lage der Mailänder Scala, die nach den Abgängen des Musikdirektors Riccardo Muti und des Intendanten Mauro Meli und nachdem die Regierung von Silvio Berlusconi die Finanzierung von Opernhäusern stark gekürzt hat, in einer tiefen Finanzkrise steckt. Ende des Jahres werden sich die Schulden auf etwa 5,5 Millionen Euro belaufen.

Die neue Opernsaison hat Stardirigenten wie Chailly, Lorin Maazel, Daniel Barenboim, Whun Chung und Roberto Abbado im Programm. Auch bei den hochkarätigen Protagonisten wurde nicht gespart: Carlo Álvarez singt den Don Giovanni, Mariella Devia die Lucia di Lammermoor, Fiorenza Cedolins singt die Hauptrolle in Madame Butterfly und Daniela Dessì übernimmt die Rolle der Adriana Lecouvreur. Lissner sagte bei der Vorstellung der neuen Saison, es gebe weltweit nur zwei Theater, die solch eine einmalige Starbesetzung bieten können.

Die Frage bleibt, wie die roten Zahlen zu den hohen Ausgaben passen, die für solche Starbesetzungen nötig sind.

Die historische Bedeutung und Tradition des Opernhauses rechtfertigen solche Maßnahmen. Dafür müssen aber die Abonnements um 12% teuerer werden, während die Abendpreise unverändert bleiben. Der neue Intendant Lissner hat das Publikum der Mailänder Scala bereits in dieser Saison für sich gewinnen können: das Opernhaus war bisher zu 96% ausgelastet und ein Publikumszuwachs in der neuen Saison ist zu erwarten.


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