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Riskanter Vorstoß in die Tiefe / ZDF-Magazin "Abenteuer Wissen" über Chancen und Risiken der Geothermie
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18.10.2010, 15:50 Uhr, Vermischtes
Island produziert schon 50 Prozent seiner elektrischen Energie mit Geothermiekraftwerken. Doch Island ist auch ein Sonderfall, denn dort befindet sich heißes Magma relativ dicht unter der Oberfläche. Und das Kraftwerk Svartsengi, das Strom aus Wasserdampf produziert, wird bereits mit ersten Problemen konfrontiert: Das bei der Energieerzeugung durch Abkühlen des Wasserdampfs erzeugte überschüssige Wasser versickert nicht, wie angenommen, in der Lava. Geologen vermuten, dass die Mineralien im Abwasser die "Poren" der Lava verschließen. So wird der blaugrüne See in der Lavalandschaft immer größer.
Ein anderes Problem zeigt sich in Staufen im Breisgau. Hier traten, nachdem mehrere Erdwärmesonden angelegt wurden, mit denen unter anderem das Rathaus beheizt werden soll, kleinräumige Hebungen von teilweise bis zu 30 Zentimetern im Stadtgebiet auf. Mehr als 200 Häuser wurden dabei erheblich beschädigt. Die Hebungen traten auf, nachdem Wasser aus der Bohrung in quellfähige Gesteinsschichten eingetreten war. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
2006 gab es in der Nähe von Basel, wo Geothermie durch in die Erde eingeleitetes Wasser genutzt werden sollte, fünf leichte Erdbeben. Inzwischen wurde entschieden, dieses Experiment nicht fortzusetzen, da gemäß einer Risikoanalyse allein während des Anlagenbaus mit weiteren schweren Erdbeben gerechnet werden müsse.
Wissenschaftler können offensichtlich nicht alle Probleme lösen. Trotzdem arbeiten sie jetzt an neuen Verfahren, um die Nutzung der Erdwärme dennoch zu ermöglichen, denn die Energiereserven im Inneren der Erde sind verlockend.
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