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Mit über 80 Jahren noch am Steuer / ZDF-Reihe "37°" begleitet Senioren, die nicht zu bremsen sind
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28.01.2011, 14:25 Uhr, Vermischtes
Als Heinz Karau (83) beschloss, sich nie mehr ans Steuer seines Autos zu setzen, hatte er dafür gute Gründe. Es geschah vor einem Jahr an einem schwülheißen Vormittag: Sein Blutdruck senkendes Medikament wirkte so drastisch, dass er mitten in der Stadt die Kontrolle über seinen Wagen verlor und ungebremst in eine Gruppe von Menschen an einer Bushaltestelle fuhr. Neun Personen wurden dabei verletzt, zwei davon schwer. Nach dem Unfall war alles anders. Karau ist nicht nur Pastor, sondern auch noch Ehrenbürger von Neuruppin. Gerade wegen seiner Prominenz war die öffentliche Diskussion besonders heftig. Er hat sich nicht versteckt, sondern ist offen mit dem Unfall und seinem medikamentenbedingten Versagen umgegangen.
Auch Alart Neuenhofer aus Mönchengladbach hat die 80 schon überschritten, fährt aber noch oft und gerne Auto, immer wieder auch längere Strecken. Bis jetzt ist ihm nichts passiert. Nur seine Frau leidet Qualen an seiner Seite, weil sie seine Fahrweise viel zu riskant findet. Am liebsten will sie überhaupt nicht mehr mit ihm fahren. Um sie zu beruhigen - und ein wenig auch sich selbst, denn er merkt, dass er zunehmend unsicher wird im Straßenverkehr - meldet er sich bei einem Fahrtraining für Senioren beim ADAC an.
Dass sein Alter und die damit verbundenen Einschränkungen ein Sicherheitsrisiko sein könnten, weist der 91-jährige Helmut Heuer weit von sich. Er hat seinen Führerschein seit 1937 und hat noch nie einen Unfall verursacht. Seit den 70er Jahren überführte er Autos von Stuttgart ins Ruhrgebiet. Tausende Kilometer ist er gefahren, nie ist etwas passiert. Dafür bekam er das goldene Lorbeerblatt vom ADAC und die Ehrennadel von der Verkehrswacht. Vor 22 Jahren hat er sein letztes Auto gekauft, mit dem er täglich die Brötchen holen fährt. Ab und zu nimmt er dabei auch schon mal den Bordstein zu knapp, so dass der Reifen kaputt geht. Wenn er nicht mehr fahren dürfte, glaubt seine Tochter, wäre das für ihn das Ende.
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