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Illegale Käfighaltung in deutschen Pelzfarmen / ZDF-Magazin "WISO" entdeckt Tausende von Nerzen in engen Käfigbatterien
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05.02.2012, 11:00 Uhr, Vermischtes
Seit 12. Dezember 2011 schreibt die "Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung" für Nerze Käfige mit einer Grundfläche von mindestens drei Quadratmetern pro Tier vor. "WISO" war bei zwei großen Nerzfarmen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Die Betreiber der Farmen mit mehreren tausend Tieren wollen nicht auf größere Käfige umrüsten. Sie behaupten, die konventionelle Haltungsform in Käfigbatterien sei artgerecht, da es sich bei Nerzen nicht mehr um Wildtiere handele. Nach Auskunft des "Zentralverbandes Deutscher Pelztierzüchter" wollen die Farmbetreiber die neue Tierschutz-Verordnung vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzen und dagegen klagen.
Dabei hatten die Pelztierzüchter schon fünf Jahre lang Zeit, ihre Käfige artgerecht umzurüsten. Die "Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung" ist bereits seit 2006 in Kraft und räumte lange Übergangsfristen ein.
Nach Angaben des Vereins "Die Tierfreunde e.V." werden in mindestens acht Farmen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein die Tiere noch in den alten, kleinen Käfigen gehalten. Ein Tier lebt jeweils auf 0,27 Quadratmetern. Die Reaktion der Aufsichtsbehörden ist unterschiedlich: Einige Veterinärämter haben bereits die Schließung von Betrieben angeordnet, andere räumen den Farmbetreibern noch eine Fristverlängerung zur Umrüstung ein. In vielen Bundesländern wird der Ausgang anhängiger Gerichtsverfahren abgewartet.
Rund ein Dutzend Nerzfarmen von vormals über 20 haben den Betrieb zum Jahreswechsel bereits aufgegeben, da eine artgerechtere Tierhaltung für sie unrentabel sei. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr etwa 400 000 Felle produziert, Nerz macht einen Großteil davon aus.
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