Steiermark: Erlebnisregion Erzberg in der Hochsteiermark
Schon Erzherzog Johann schätzte die Mystik, die vom Bergbau ausging und fühlte sich auch deshalb in dieser Gegend zuhause. Tauchen wir ein in die unterirdische und oberirdische Welt der Bergleute und bestaunen, wie der Bergbau die Geschichte und die Gegend der „Steirischen Eisenstraße“ prägte.
Eine Erkundung der „Erlebnisregion Erzberg“ www.erlebnisregion-erzberg.at könnte z. B. in Eisenerz beginnen. Die Geschichte der Stadt ist mit der des Erzberges innig verwachsen. Wie vielerorts stehen auch hier Mythe und Sage am Anfang. „Die Bewohner sollten einen Wassermann aus der Neustückl-Grotte an der Straße nach Hieflau gefangen haben, der ihnen dann Eisen für immer versprach und den Erzberg zeigte“.
Nun, lassen wir mal Sagen und Mythen beiseite, so entdeckt man, dass Eisenerz eingebettet ist in die markante Gebirgslandschaft der Eisenerzer Alpen und von dieser Bergwelt umringt wird, wie ein Schutzschild. Als Bergbaugemeinde hat Eisenerz seine kulturellen und gesellschaftlichen Wurzeln in Brauchtum und Tradition der Bergleute. Dies zeigt sich im regen Vereinsleben, den vielen kulturellen Veranstaltungen und dem lebendigen Angebot des „Abenteuer Erzbergs“ http://www.abenteuer-erzberg.at, sei es eine Besichtigung des Schaubergwerks, eine aufregende Fahrt mit dem größten Taxi der Welt, dem „Hauly“ oder einem der internationalen Sportwettbewerbe, wie z. B. dem Erzberg Rodeo.
Am besten, bevor man den Tag unsicher beginnt, bezüglich wohin und was anschauen, sollte man die „Erzhoamat“ www.erzhoamat.com in der Dr.-Karl-Renner-Straße aufsuchen. Dort wird man von Sandra – eine personifizierte Erzhoamat – unabhängig von Rasse, Religion, Herkunft und Sprache liebevoll empfangen. Bei einem unvergleichlichen Geschmackserlebnis, den in Grappa eingelegten Walderdbeeren, aufgespritzt mit etwas Prosecco, das Ganze auf der Waage abgewogen zwecks dem Preis, erhält man die besten Tagestipps. Meist sitzen - mit der steirischen Harmonika spielende - Einheimische in der „Erzhoamat“ und erzählen „Bergmannsgeschichten“. So erfährt man am besten aus erster Hand um die zahlreichen Geheimnisse dieser Region. Übrigens die „Erzhoamat“ ist ein bodenständiges Unternehmen, dass sich voll und ganz der Hochsteiermark verschrieben hat. „Als Heimat pflegendes Unternehmen haben wir viel Gutes zusammengetragen: Kulinarik, Handwerk, Tracht, Volksliteratur- und Lieder, alles aus unserer Heimat“ erzählte uns Sandra, die Besitzerin der „Erzhoamat“, bevor wir ihren Tipp annahmen und uns aufmachten den Erzberg, zu erkunden.
Der Erzberg wurde in den letzten Jahren immer stärker zu einer touristischen Attraktion. Als Besucher erlebt man das „Abenteuer Erzberg“ http://www.abenteuer-erzberg.at von Mai bis Oktober in zwei Schwerpunkten: dem Schaubergwerk unter Tage und der „Haulys“ Abenteuerfahrt.
Der erste ist, dass man mit Jacke und Helm "bergmännisch" gekleidet in den Berg einfährt. Die schmalspurige Bahn "Katl" bringt einen in das Schaubergwerk unter Tag, in dem Werkzeuge und Maschinen vor Augen führen, wie der Bergbau im Laufe der Jahrhunderte betrieben wurde. Moderne Multimedia-Technik zeigt dem Besucher die Entstehungsgeschichte des Erzberges, beginnend mit dem Urknall bis zur Alpenfaltung, auf beeindruckende Weise näher. Der zweite Schwerpunkt ist die „Haulys“ Abenteuerfahrt. Mit dem größten Taxi der Welt geht es hinauf zu den einzelnen Betriebspunkten über die Stufen des Erzberges. Schon allein der Einstieg in Hauly I und II, wie die beiden riesigen Lastwagen heißen, ist ein Erlebnis – 860 PS stark und mit einem Eigengewicht von rd. 55 t.
Der Erzberg ist auch ein beliebter Platz für Extremsportler. Tausende Besucher kommen alljährlich zu sportlichen Ereignissen, wie dem Motorradrennen "Erzberg-Rodeo" www.erzbergrodeo.at dem Mountainbike und den Nordic-Walk Bewerben.
Zwischen den Eisenerzer Alpen und den Gesäusebergen liegt das romantische „Radmertal“. Zu erreichen ist es ca. 7 km von der Eisenbundesstraße B115 zwischen Eisenerz und Hieflau aus. Ganz hinten im Talschluss sind die meisten Ausgangspunkte für Wanderungen und Bergtouren. Ebenso findet man hier den Paradeisstollen, ein Kupfer Schaubergwerk mit der kleinsten Stollenbahn Österreichs. Hier erlebt man hautnah, unter welch schwierigen Bedingungen die Kupferknappen einst ihr tägliches Brot verdienten. Handvorgetriebene Stollen, Schächte und eine Vielfalt von Mineralen sowie ein original erhaltenes „Spurnagelgestänge“ sind nur einige der zahlreichen Besonderheiten im Inneren des Schaubergwerks. Die Führungen im Kupferschaubergwerk Radmer finden nach Voranmeldung täglich zwischen 09:00 und 18:00 statt und dauert ca. 1 Stunde. Im nahen Alpengasthaus Ramsau besteht die Möglichkeit sich über das Kupferschaubergwerk vorab zu informieren und sich mit herrlichen steirischen Schmankerln vor der Führung, zu stärken.
„Ein herzliches, steirisches "Glück - Auf" im historischen Markt Vordernberg“, so heißt der Willkommensgruß der Vordernberger. Den Hauptplatz ziert ein reichgeschmückter schmiedeeiserner Brunnen, der sogenannte Radmeisterbrunnen aus dem Jahre 1668 und den Ortsausgang prägt der mächtige Ofenstock. Dazwischen befindet sich das imposante „Radwerk IV“ http://www.radwerk-vordernberg.at ein Hochofenmuseum aus dem Jahre 1848. „Das Radwerk IV stellt die größte eisengeschichtliche Sehenswürdigkeit der Eisenstraße dar und ist der einzige noch vollausgestattete Holkohlenhochofen Österreichs. Radwerk nannte man Hochofenanlagen bei denen ein Wasserrad das Gebläse für die Verbrennungsluft antrieb“, so erzählt Herr Prof. Herbert A. Hiebler ehem. Univ.-Prof. für Eisenhüttenkunde der Montanuniversität in Leoben, bei einem Rundgang im Radwerk IV. Das 1846 anstelle einer alten Anlage in einem monumentalen, klassizistischen Stil errichtete Radwerk IV ist nach der Betriebsstilllegung im Jahr 1911 infolge seiner eisengeschichtlichen Bedeutung schon 1928 unter Denkmalschutz gestellt worden und nach Instandsetzungsarbeiten im Jahre 1959 als Hochofen- und Eisenmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Ein Besuch des Radwerk IV ist jederzeit gegen Voranmeldung beim Informationsbüro der Steirischen Eisenstraße Tel.:+43 3849-832; Fax: +43 3849-21995 oder E-Mail: tourismus.vordernberg@utanet.at möglich.
Ein lohnenswerter Ausflug ins wildromantische Salzatal sollte unbedingt zum Besuch der Hochsteiermark gehören. Außer der landschaftlichen Schönheit gibt es ein Wunderwerk der Technik zu bestaunen, dass Wasserleitungsmuseum und die Kläfflerquelle. Die Quellen der II. Wiener Hochquellenwasserleitung liegen am linken Ufer der Salza, am Nordabhang des mächtigen Hochschwabmassivs. Täglich werden aus diesen Quellen bis zu 217 Millionen Liter Wasser - über einen Höhenunterschied von 360 Metern in 36 Stunden - vom steirischen Salzatal nach Wien befördert. Das Hochschwabgebirge in der östlichen Steiermark hat eine Gipfelhöhe von 2.277 Metern. Es zählt zu den mächtigsten Karststöcken der Ostalpen. Am nördlichen Abhang des Hochschwabs entspringt die größte und beeindruckendste Karstquelle Mitteleuropas, die so genannte "Kläfferquelle". Bei Schneeschmelze fließen aus einem Felsspalt rund 10.000 Liter pro Sekunde. Das sind 860 Millionen Liter pro Tag. Damit könnte ganz Wien versorgt werden. Das Wasser hat eine ausgezeichnete Qualität. Es kann ohne Aufbereitung getrunken werden. Mit der Geschwindigkeit eines Dauerläufers fließt es durch Stollen und gemauerte Kanäle. Bis nach Wien braucht es 36 Stunden. Zu Zeiten besonders starker Schneeschmelze und nach starken Niederschlägen entspringen am linken Salza-Ufer im Bereich der Kläfferquelle auf einer Länge von 300 Metern wunderschöne Wasserfälle. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 70 Metern.
Mehr Informationen zur Hochsteiermark gibt es unter: Tourismusregionalverband Hochsteiermark, 8670 Krieglach, Tel.: +43 3855 455 70-20, E-Mail: tourismus@hochsteiermark.at und der „Erlebnisregion Erzberg“, 8790 Eisenerz, Tel.: +43 676 616 4847 E-Mail: marketing@erlebnisregion-erzberg.at
www.hochsteiermark.at ; www.erlebnisregion-erzberg.at
Foto/Text: www.aktiveurlaubszeit.de / Okolicsanyi
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