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La traviata in Venedig – große Emotionen und Gesellschaftskritik

Drucken 08.08.2006, 17:54 Uhr, Reise & Tourismus

Venedig. Man vergisst leicht, dass La traviata von Giuseppe Verdi die Geschichte einer Prostituierten ist, wenn auch einer „noblen“. Der Handlungskern dieses Operndramas liegt in der Prostitution der Hauptdarstellerin und alle männlichen Protagonisten sind von ihren sexuellen Reizen angezogen.

Auf eine gewisse Weise sind auch wir im Publikum „Kunden“ von Violetta und finden einen voyeuristischen Genuss dabei, ihre Freuden und Leiden zu sehen. Selbstverständlich hat dieser Genuss seinen Preis, sowohl für das Publikum, als auch für Violetta; allerdings zahlt sie den höheren. Sie opfert sich und ihr Glück selbstlos für eine unschuldig-idealisierte junge Frau, die sie nicht einmal kennt und der sie nie begegnen wird.

Eros und Thanatos bilden den Kern fast aller lyrischen Opern und bezeichnen den Titel, den Verdi ursrpünglich der Oper geben wollte: Amore e Morte (Liebe und Tod): Violetta Valéry ist die lebendige Verkörperung beider Seiten. Sie ist quasi die Personifikation der Oper als Kunstform an sich.

Die direkte Erfahrung der Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft veranlasste Verdi und Dumas Sohn zur Wahl des Stoffes der Traviata. Obwohl die sozialen Werte heute andere sind als damals, ist die Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft und ihre Doppelmoral nach wie vor dieselbe.

Verdi lag viel daran, 1853 die Uraufführung im Gran Teatro La Fenice in Venedig in die Gegenwart versetzt zu sehen, weil er das Publikum näher an die Protagonisten und ihre Emotionen heranführen wollte, und zwar ohne den Schleier der Vergangenheit. Die Ordnungshüter haben seinem Wunsch nicht entsprochen und verhinderten die Aufführungen zeitgenössischer Inszenierungen.

Im November 2004 eröffnete das, nach dem verheerenden Brand von 1996 originalgetreu rekonstruierte Gran Teatro La Fenice die erste Opern-Saison mit La traviata.

Der Regisseur Robert Carsen hat bei der Inszenierung auf Aktualität statt auf Provokation gesetzt. Im ersten Bild regnen Geldscheine auf die Kurtisane in schwarzer Seidenunterwäsche. Zu den am meisten bewegenden Momenten zählt sicherlich der Schluss, wenn Violetta todkrank vor dem flimmernden Fernsehgerät sitzt, aufsteht, mit erhobenen Händen die Pracht des langsam sich erhellenden Zuschauerraums preist und sterbend zu Boden sinkt. Alle Aufführungen waren bereits vor der Saison-Eröffnung restlos ausverkauft.

Nächstes Jahr im April wird die gleiche Inseznierung von Robert Carsen im Gran Teatro La Fenice wieder aufgenommen. Erstklassige Eintrittskarten, traumhafte und komfortable 4- und 5-Sterne Hotels in Theaternähe sowie einen individuellen, freundlichen und zuverlässigen Rundum-Reise-Service zu allen Veranstaltungen im berühmten Gran Teatro La Fenice in Venedig gibt es bei www.firstitaly.de.

La traviata, Oper in 3 Akten von Giuseppe Verdi

Dirigent: Paolo Arrivabeni
Regie: Robert Carsen
Bühnenbild und Kostüme: Patrick Kinmonth
Choreographie: Philippe Giraudeau

Hauptinterpreten der beiden Gruppen:
Violetta: Norah Amsellem und Luz del Alba
Alfredo: Dario Schmunck und Alfredo Nigro
Germont: Vladimir Stoyanov und Damiano Salerno

Termine: 20., 21., 22., 24., 26., 27., 28. und 29. April 2007


Autor / Kontakt:
S & L International GmbH & Co.KG
Albino Cipolla
Taunusstein
Fon: 06128 74800
Fax: 06128 748050
URL: http://www.firstitaly.de

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