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Hören Sie den Sound einer Nation bei der British Music Experience
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07.09.2011, 20:38 Uhr, Reise & Tourismus
Ein guter Ort zum Beginnen ist der Bereich, der der Musikwiedergabe gewidmet ist. Besuchern wird hier gezeigt, wie die Menschen seit der Zeit um 1945 Musik abgespielt haben, angefangen von Schellackplatten bis hin zu digitalen Downloads. Mit dabei sind auch faszinierende Geräte, mit denen sie wiedergegeben wurde. Gezeigt werden auch authentisches Bildmaterial und zeitgenössische Werbespots aus den großen bedeutenden Jahrzehnten ab den 40er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.
In der Übertragungskabine erfahren Besucher mehr über die verschiedenen Medien, die seit der Radiorevolution bei der BBC in den 1920ern zur Übertragung von Musik verwendet wurden, und auch über die Erfindung des Fernsehens bis hin zur Einführung von Webcasts und dem Einsatz von Mobiltelefontechnologie.
Gäste aus dem Vereinigten Königreich erfahren auf der Ausstellung mit dem Titel ‚Where It’s At’, wo die Bands herkommen und welche bedeutenden Musikveranstaltungen in der Nähe Ihrer Heimat stattgefunden haben. Mit zahlreichen Informationen zu den individuellen Geburtsorten, Veranstaltungsorten und Festivals wird dieser Bereich zu einem großartigen Erlebnis, bei dem jeder noch etwas Neues lernen kann.
Damit die Geschichte der Musik Großbritanniens auch den Raum erhält, den sie verdient, ordnete man im Museum die vergangenen 60 Jahre sieben verschiedenen stilprägenden Epochen zu, in denen die Bands, Kultur und Trends jeder Periode jeweils detailliert in Szene gesetzt werden.
Die erste beginnt mit der Nachkriegszeit von 1945 bis 1962. Der Besuch der amerikanischen GIs ging mit einem Revival der Big Bands einher. Dixieland und traditioneller Jazz aus New Orleans verschmolzen in der Londoner Clubszene zum Sound der Nacht. Wieder stärker in Mode zu dieser Zeit kam auch der Folk-Blues. Viele junge Musiker gründeten gleich auch eine eigene Gruppe. Die größte musikalische Neuheit dieser Zeit war wohl der Rock’n’Roll, der Mitte der 50er Jahre angetrieben von Bill Haley, Elvis Presley, Chuck Berry und Little Richard eine wahre Welle der Begeisterung entfesselte. Diese musikalische Revolution brachte einer Generation nicht nur einen ganz neuen musikalischen Sound, sondern stand auch in einem besonders engen Zusammenhang zu neuen sozialen und wirtschaftlichen Freiheiten, die sich in dieser Zeit die Bahn brachen.
Die Jahre von 1962 bis1966 waren für die britische Musik Schicksalsjahre, denn in dieser Zeit wurde sie mit dem Sound der Beatles und Rolling Stones weltbekannt und zog selbst die Vereinigten Staaten als Mekka der Popkultur im Verlauf der sogenannten Ära der britischen Invasion in ihren Bann. Es war die Zeit der kürzeren Rocklängen, von Pop Art und von ‚Swinging London’.
Peace, Love und Drogenexperimente bestimmten den Zeitgeist in den Jahren zwischen 1966 und 1970, als der britische Pop zunehmend politischer wurde und sich zudem eine eigene Szene für Mode und Kunst und Festivalkultur herausbildete.
Die glamourösen, schillernden Künstler in den Jahren von 1970 bis 1976 waren die eskapistische Antwort auf die schwere wirtschaftliche Krise im Großbritannien dieser Zeit. Eine ganze Schar von Künstlern auf monströsen Plateauabsätzen mit Make-up für einen androgyneren Look wurde angeführt von Ikonen wie David Bowie.
Ab der Mitte der 70er Jahre wurde die Musik rauer, direkter und unvermittelter und wandelte sich dabei vom imaginären Ausweg aus der wirtschaftlichen Rezession und kollektiven Arbeitslosigkeit einer Nation hin zu ihrem Spiegel. Der Punk richtete die Aufmerksamkeit auf die sozialen Verwerfungen in Großbritannien. Er mündete unter anderem in einem Revival des 2-Tone-Ska. Mit der Bewegung unter den Namen ‚Rock Against Racism’ erlangte wiederum der Reggae größere Beliebtheit. Die frühen Jahre Margaret Thatchers als Premierministerin boten die Schaubühne für die New-Romantik-Bewegung. Im Aufkommen begriffen zu dieser Zeit waren auch der Elektro und Jazz, Funk und Dance.
Die Herausbildung einer neuen Generation von Yuppies im Zeitraum von 1985 bis 1993 hatte auch zur Folge, dass junge Leute leichter an Videos, CDs und Satellitenfernsehen kamen. Das ganz große Highlight dieser Zeit war das Live Aid Konzert im Jahr 1985. Der Heavy Metal erlebte seine Wiedergeburt und Housemusik aus dem Ausland erlangte besonders im Norden enorme Beliebtheit.
Im Abschnitt zur Epoche von 1993 bis heute präsentiert man die Entwicklung der Musik bis zum heutigen Tag. Besonders detailliert nachgezeichnet wird dabei der Aufstieg von ‚Cool Britannia’. Der Britpop kam wieder mit der Gitarrenmusik zurück. Unter einem ganz anderen Stern stand daneben auch das Aufkommen zahlreicher Boy-Groups wie Take That und Boyzone. Die Spice Girls wurden zu einem echten Kulturphänomen, das man nicht wirklich fassen konnte. Sie gaben den Anstoß für eine Fanwelle, die man seit den Tagen der Beatles nicht mehr gesehen hatte.
Autor / Kontakt:
Oban Multilingual
Frau Verena Janisch
Brighton
URL: http://www.londonpass.de
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