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ZDF-Politbarometer August 2011 / Wachsende Furcht vor Wirtschaftseinbruch / Grüne mit deutlichen Verlusten
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12.08.2011, 10:31 Uhr, Politik & Gesellschaft
Eine Mehrheit von 53 Prozent sieht im Euro als Gemeinschaftswährung eher Nachteile für Deutschland, nur 43 Prozent glauben, dass der Euro Deutschland eher Vorteile bringt (weiß nicht: 4 Prozent). Mit dem politischen Management in der Euro-Krise ist die Mehrheit der Bundesbürger unzufrieden: So sagen 48 Prozent, dass die Bundesregierung dabei ihre Arbeit eher schlecht macht und nur 42 Prozent sind damit eher zufrieden (weiß nicht: 10 Prozent). Noch schlechter fällt das Urteil über die Krisenbewältigung auf europäischer Ebene aus: Lediglich 25 Prozent halten die Arbeit der Europäischen Union eher für gut, aber 61 Prozent kritisieren sie als eher schlecht (weiß nicht: 14 Prozent).
In der Politbarometer-Projektion gibt es im Vergleich zur Umfrage im Juli deutliche Veränderungen: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 34 Prozent (plus 1) und die SPD auf 29 Prozent (unverändert), die FDP bliebe bei nur 4 Prozent, die Linke läge weiter bei 7 Prozent, und die Grünen kämen nur noch auf 20 Prozent (minus 2). Die sonstigen Parteien zusammen erhielten 6 Prozent (plus 1).
Seit fast zwei Jahren regiert in Berlin eine Koalition aus CDU/CSU und FDP. Insgesamt bescheinigen 48 Prozent aller Befragten der Bundesregierung, dass sie eher gute und 47 Prozent, dass sie eher schlechte Arbeit mache. Die Meinungen sind jedoch bei einzelnen Themenfeldern sehr unterschiedlich: Besonders kritisch wird die Gesundheitspolitik gesehen (eher gute Arbeit: 19 Prozent; eher schlechte: 74 Prozent), auch die Beurteilung der Arbeit beim Thema Finanzprobleme ist klar negativ (eher schlecht: 57 Prozent; eher gut: 34 Prozent). Beim Thema Arbeitsplätze (eher gut: 46 Prozent; eher schlecht: 45 Prozent) und bei der Familienpolitik (eher gut: 45 Prozent; eher schlecht: 44 Prozent) fällt das Urteil eher geteilt aus.
In den letzten Wochen ist die Diskussion über den programmatischen Kurs der CDU wieder aufgeflammt. Die deutliche Mehrheit sowohl in der Gesamtheit aller Befragten als auch in den Reihen der Unions-Anhänger sieht vor allem programmatische Defizite der CDU beim Thema soziale Sicherheit: So meinen 61 Prozent aller Befragten (Unions-Anhänger: 45 Prozent), die CDU sollte sich mehr um soziale Sicherheit kümmern. Für mehr Marktorientierung plädieren 16 Prozent (Unions-Anhänger: 23 Prozent). Keine Änderung wollen 16 Prozent beziehungsweise 26 Prozent. Für mehr konservativ-traditionelle Inhalte sprechen sich 21 Prozent aller Befragten aus (weniger: 30 Prozent; keine Änderung: 39 Prozent) und für eine größere Rolle christlicher Politikinhalte sind 21 Prozent (weniger: 30 Prozent; keine Änderung: 41 Prozent). Die Anhänger der Union sehen das ähnlich: für mehr christliche Inhalte sind 21 Prozent, für mehr konservativ-traditionelle 26 Prozent.
Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 9. bis 11. August 2011 bei 1280 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 37 Prozent, SPD: 32 Prozent, FDP: 4 Prozent, Linke: 6 Prozent, Grüne: 18 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 9. September 2011.
Fotos sind erhältlich über den ZDF-Bilderdienst, Telefon: 06131 - 70-16100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/politbarometer
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