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Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Anti-Piratenkampf an Land

Drucken 29.12.2011, 20:26 Uhr, Politik & Gesellschaft
Rostock (ots) - Es ist scheinbar nur ein kleiner Schritt, aber ein brandgefährlicher. Die EU will ihre Anti-Piraten-Mission vor Somalia auf den "Strandbereich" ausdehnen. Boote und Depots der Seeräuber sollen aus der Luft aus beschossen werden. Briten und Franzosen drängen bereits auf den Einsatz amphibischer Bodentruppen. In kürzester Zeit wären europäische Soldaten in interne Machtkämpfe verwickelt, unschuldige Zivilisten an Land und Geiseln an Bord gekaperter Schiffe ihres Lebens nicht mehr sicher. Ohne Frage: Der Kampf gegen die Piratenplage muss geführt werden. Doch der Weg, den die EU einschlägt, ist falsch. Somalia braucht politische Stabilität. Stattdessen leidet die Bevölkerung unter Interventionen - erst der Äthiopier und nun der Kenianer. Wer profitiert, das sind Islamisten und Piraten. Dass es anders geht, zeigt die autonome Republik Somaliland im Norden, die ein erstaunlich gut funktionierendes Staatsgebilde mit eigener Identität, Regierung und Armee aufgebaut hat, doch international nicht anerkannt wird. Für Somalias Piraten gibt es somalische Lösungen.



Pressekontakt: Ostsee-Zeitung Jan-Peter Schröder Telefon: +49 (0381) 365-439 jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de


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Ostsee-Zeitung
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