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Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Rente

Drucken 28.12.2011, 22:00 Uhr, Politik & Gesellschaft
Osnabrück (ots) - Die Gnade der frühen Geburt

Frührentner sind eine aussterbende Gruppe. Darüber kann auch die Statistik der Deutschen Rentenversicherung nicht hinwegtäuschen. Demnach steigt zwar derzeit die Zahl der Frührentner an. Aber spätestens in 30 Jahren werden sie in der deutschen Gesellschaft keine relevante Gruppe mehr sein. Dazu genügt ein Blick in die Lohntüte: Wer sich heute entscheidet, den wohlverdienten Ruhestand um ein paar Jahre vorzuverlegen, und damit Abschläge bei der Rente in Kauf nehmen kann, hatte die Gnade der frühen Geburt.

Die Anwartschaften der heutigen Frührentner wurden nämlich im Wesentlichen in den 1980er- und in Teilen der 1990er-Jahre begründet. Also in einer Zeit, als die deutsche Wirtschaft brummte und sich dieser Erfolg auch noch in stattlichen Löhnen und Gehaltssteigerungen wiederfand. Die daraus resultierenden Beitragszahlungen von damals machen es den Betroffenen heute möglich, sich trotz Kürzungen deutlich früher aus dem Berufsleben zu verabschieden.

Wer derzeit einen Blick in die Verträge der meisten Berufseinsteiger wirft, erkennt den Unterschied: Niedrige Gehälter und hohe Abgaben sind typisch. Von diesen Jungen können nur wenige erwarten, am Ende eines langen Berufslebens Ansprüche für eine auskömmliche Rente aufgebaut zu haben. Für sie würde die Entscheidung für eine frühere Rente den Gang in die Altersarmut bedeuten.



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