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Haiti - Wiederaufbau von Wohnhäusern bisher zu kurz gekommen.

Drucken 09.08.2010, 16:58 Uhr, Politik & Gesellschaft

Haiti - Wiederaufbau von Wohnhäusern bisher zu kurz gekommen
Köln, 04. August 2010
Obwohl fast die Hälfte (40%) aller Schäden in Haiti Wohnhäuser betrifft, sind bisher nur 6 % der
internationalen Mittel und nur 14 % der Mittel der US-Regierung für Bau und Reparatur von
Häusern vorgesehen. Zudem sind nur etwa 3 Millionen US Dollar für Reparaturen der vielen
beschädigten Häuser geplant. Auf dieses Missverhältnis der Hilfsleistungen wies Jonathan
Reckford, CEO von Habitat for Humanity, die US-Regierung hin. Im Hinblick auf einen
mittelfristigen Wiederaufbau Haitis legte er dem Committee of Foreign Affairs als Experte für
Wiederaufbau in Katastrophengebieten die elementare Bedeutung einer Fokussierung auf sichere
Unterkünfte der Betroffenen dar.
Er forderte dazu auf, vermehrt Mittel für den Bau und die Reparatur von Unterkünften für die 1,5
Millionen Betroffenen einzuplanen. Weitere Mittel werden für die Beseitigung von Bauschutt - als
wesentliche Grundlage für einen möglichen Wiederaufbau von Häusern - dringend benötigt.
Ziel aller Hilfsleistungen muss es sein, dass betroffene Familien vor allem in ihre alten Häuser und
Umgebungen zurück kehren können. Bei neu geschaffenen Wohngebieten müssen auch Arbeits-,
und Bildungsmöglichkeiten für die Menschen bestehen, um die Entwicklung des Landes zu fördern.
Aus früheren Katastrophen ist bekannt, dass die Stadtbevölkerung nach einer Katastrophe stetig
wächst - dies muss berücksichtigt werden. Bereits jetzt sind von den geschätzten 570.000 Menschen,
die Port au Prince nach dem Erdbeben verlassen haben, über die Hälfte in die Stadt zurück gekehrt.
Vertriebene leben in über 1300 Notsiedlungen in unsicheren, stark improvisierten Unterkünften ohne
besonderen Schutz vor Hurrikanen. Sie sind außerdem auch vor Vertreibung nicht sicher, da die
Besitzverhältnisse von Grund und Boden ungeklärt sind.
Die Klärung dieser komplexen und schwierigen Besitzverhältnisse bedarf weiterer finanzieller Mittel
und besonderer Berücksichtigung der internationalen Helfer. Die Bodenbesitzstruktur stellte schon
vor dem Erdbeben ein Problem dar, das sich nun verstärkt hat. Beliebige Räumungen von Häusern
oder überhöhte Mieten wären die Folge, wenn nun die Menschen wieder ihre Wohnungen und
Häuser auf Grundstücken bauten, deren Besitzverhältnisse nicht eindeutig geklärt sind. Eine
erfolgreiche Neubesiedlung hängt daher davon ab, dass die haitianische Regierung mit der
Unterstützung der internationalen Gemeinschaft dieses Problem löst.
Die katastrophalen Baustandards der Häuser in Haiti waren der Grund dafür, dass im Vergleich zu
Chile deutlich mehr Menschen bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind. In Zukunft müssen
diese Standards erheblich verbessert und Häuser erdbebensicher gebaut werden.
Ein weiterer Focus der Hilfsleistungen sollte auf den unterschiedlichen Bedürfnissen insbesondere
von Frauen und Kindern und deren Chancen für Arbeit, Ausbildung, Sicherheit und Besitz liegen.
Jede Woche entstehen mit Habitat for Humanity in Haiti bis zu 70 neue, erdbebensichere
Übergangshäuser, die langfristig erweitert werden können. Insgesamt sind bisher über 400
Übergangshäuser gebaut worden, weitere 31.000 sind in den kommenden fünf Jahren geplant.
Zudem wurden bereits über 2.000 Schadenseinschätzungen von beschädigten Häusern durch
Habitat for Humanity durchgeführt. Über 21.000 Shelter Kits für Notunterkünfte linderten die erste
Not. Darunter 2.727 Shelter Kits, die vom Auswärtigen Amt in Deutschland gefördert wurden.
„Obwohl alle beteiligen Helfer mit einer unglaublichen Leistung vereint dazu beitragen, Unterkünfte
für die Menschen bereit zu stellen, ist die Situation sechs Monate nach dem Erbeben noch sehr
prekär“, so Jonathan Reckford.
Als ersten Schritt, um den Betroffenen überhaupt ein Dach über dem Kopf zu gewähren, haben
Habitat for Humanity und andere Hilfsorganisationen etwa 100.000 Zelte und über 680.000 Planen
bereit gestellt. Diese bisher größte Zahl an Notunterkünften nach einer Katastrophe deckt jedoch bei
weitem nicht den Bedarf.
Jonathan Reckford sieht die Rolle der internationalen Nichtregierungsorganisationen darin, die
haitianische Regierung, die lokalen Nichtregierungsorganisationen, die kommunalen Organisationen
und den Privatsektor zu stärken. Nur so kann das Land auf Dauer erfolgreich sein.
In seinen Empfehlungen forderte Jonathan Reckford die US-Regierung und weltweite Helfer auf,
eine Strategie für Stadtentwicklung zu unterstützen, die sich nach den Bedürfnissen der
Haitianischen Bürger richtet und Gebiete mit Arbeitsmöglichkeit und Infrastruktur in den
Mittelpunkt stellt. Denn der nachhaltig sinnvolle und sichere Hausbau hat eine entscheidende
Bedeutung für das zukünftige wirtschaftliche Potential Haitis, den Lebensstandard und die
allgemeine Entwicklung der Menschen.
Über Habitat for Humanity
Habitat for Humanity baut in etwa 90 Ländern mit der Hilfe von Spenden sichere und angemessene
Unterkünfte für arme Familien und organisiert den Wiederaufbau in Katastrophengebieten. Bisher
konnten weltweit mehr als 350.000 Häuser gebaut und renoviert. Mehr als 1,75 Millionen Menschen
konnte dadurch geholfen werden. Zu den prominentesten Unterstützern von Habitat for Humanity
zählen u.a. Barack Obama, Jimmy und Rosalynn Carter, Bill Clinton, Brad Pitt, Bon Jovi und Daniel
Libeskind. Weblink: www.hfhd.de. Mehr Informationen zur Wiederaufbauarbeit von Habitat for
Humanity in Haiti unter http://hfhd.de/nothilfe-haiti.html
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Kontakt:
Manuela Kikillus, Geschäftsführerin| Habitat for Humanity Deutschland
Auf dem Berlich 30 | 50667 Köln | Tel: 0221 57 9595 0 | Email: manuelakikillus@hfhd.de


Autor / Kontakt:
Habitat for Humanity Deutschland
Frau Heidi Wenge
Köln
Fon: +49 (0)221 579595 14
URL: http://www.hfhd.de

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