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Kranke Tiere - kranke Menschen

Drucken 21.04.2011, 12:31 Uhr, Land & Forstwirtschaft
Kranke Tiere - kranke Menschen?
Neue Studie zeigt Gesundheitsgefahren durch Campylobacter und Salmonellen aus der Intensivtierhaltung auf. Betroffen sind vor allem Geflügelerzeugung und Schweinemast.

Vor der unterschätzten Gesundheitsgefahr durch immer neue Campylobacter- und Salmonella-Stämme aus der intensiven Geflügel- und Schweinemast warnen Tierärzte der Tierschutzorganisationen „Tier und Mensch e. V.“ und „PAKT e. V.“ unter Hinweis auf aktuelle Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA.

Eine Studie der EFSA zeigte, dass 2009 bei rund 60.000 an Magen-Darmsymptomen erkrankten Menschen in Deutschland (198.252 Fälle EU-weit ) die für empfindliche Personen durchaus lebensgefährlichen Campylobacter und bei ca. 30.000 Salmonellen nachgewiesen wurden. Die Dunkelziffer liegt noch höher, da Durchfallerkrankungen nicht immer zum Arztbesuch führen. Die verbreiteten Erregerstämme entstehen vor allem in der intensiven Geflügel- und Schweinemast, in welcher der Enge und der großen Tierzahlen wegen eine schnelle Verbreitung und Mutation von Viren und Bakterien erfolgen kann. Hier entstehen auch leicht Resistenzen gegen Antibiotika, die beim Menschen dann nicht mehr wirken.

Eine weitere bedeutende Gefahrenquelle für die Kontamination von Fleisch mit Krankheitserregern sind die großen Schlachthöfe.

Die momentane Praxis der Eindämmung des Risikos durch Stichproben löst das Problem nach Ansicht der Tierärztinnen erfahrungsgemäß ebenso wenig wie immer neue Mahnungen an die Verbraucher, innerhalb der Küche hygienischer zu arbeiten. Campylobacter, oft resistenter Art, sind nicht nur bei Hühnern, sondern auch bei Puten und Schweinen sehr verbreitet, die fast ausschließlich in geschlossenen Massenställen leben. Auch der größte Teil der Legehennen lebt noch immer in Bodenhaltung, in welcher sich neun Hennen einen Quadratmeter teilen, wie Dr. Christina Sultan vom „Politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e. V. erklärt.

„Eine artgemäße Tierhaltung in sozial verträglichen Gruppengrößen im Freiland mit Frischluft, Sonnenlicht und Bewegung würde das Immunsystem der Tiere stärken, und ein größerer Individualabstand könnte Ansteckung vermeiden!“, ergänzt Tierärztin Karin Ulich von Tier und Mensch e.V.. "Ohne diese Ursachen in den Blick zu nehmen, werden die Krankheits- und Todesfälle künftig zunehmen!“, warnt Ulich. „Soll wirklich gewartet werden, bis die Situation völlig außer Kontrolle gerät?“.

Von der Verbraucherschutzministerin fordern die Tierärztinnen und Tierschützer eine Umstellung der Förderung hin zu artgerechten Formen der Tierhaltung - nicht nur der Tiere wegen, sondern auch, um die Entstehung weiterer resistenter Bakterien zu verhindern.

V. i. S. d. P.: Tierärztin Karin Ulich, Tier und Mensch e. V. Tel. 08389-577, karin-ulich@gmx.de,
Dr. Christina Sultan, Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e. V. sultan@paktev.de,
Elisabeth Petras. PAKT e. V., Tel. 0178-470 20 16 petras@paktev.de

PAKT e.V. setzt sich für die Verbesserung der Rechtslage der Tiere ein


Autor / Kontakt:
Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e.V.
Frau Elisabeth Petras
Hamburg
Fon: 0178-4702016
URL: http://www.paktev.de

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