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Hitzestress bei Nutztieren vorbeugen!
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09.07.2010, 21:00 Uhr, Land & Forstwirtschaft
Auch Tiere leiden unter den jetzt herrschenden Witterungsbedingungen. Nutztiere wie Rinder und Schafe brauchen derzeit besonders viel Wasser. Vor allem bei Freilandhaltungen müssen auf schattenspendende Bereiche vorhanden sein, damit sich die Tiere der direkten Sonneneinstrahlung entziehen zu können. Hierauf weist der Tierschutzfachverband Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) aus gegebenem Anlass hin. Immer wieder könne beobachtet werden, dass Landwirte und unter diesen besonders Schafhalter diese Grundbedürfnisse ihrer Tiere missachten. Der Hinweis auf wild lebende Tiere ist nicht stichhaltig, da sie nicht eingezäunt sind und deshalb Wasserstellen und schattige Orte aufsuchen können. Bei Vernachlässigung gehaltener Tiere sollte zu deren Schutz seitens der Veterinärbehörden unverzüglich eingegriffen werden. Notfalls sind Ersatzmaßnahmen zu ergreifen.
Milchviehhalter sollten schon im eigenen Interesse auf die Tiere Rücksicht nehmen, weil die Milchqualität leidet und die Auszahlungspreise für die Milch sinken, wenn die Zellzahl um 50.000 steigt. Laktierende Kühe brauchen bei 30º C je nach Feuchtigkeitsgehalt des Futters zusätzlich bis zu 130 Liter Wasser pro Tag. Da auch die Futteraufnahme bei großer Hitze sinkt, nehmen die Kühe weniger Futter auf und bauen vermehrt körpereigene Reserven ab, was eine Unterversorgung mit Spurenelementen zur Folge hat. Diese müssen ebenso wie Salze zusätzlich gereicht werden. Außerdem kann es zu einer Übersäuerung (Ketose) kommen, die sich nachteilig auf das Wohlbefinden und das Immunsystem auswirkt. Deshalb sollten auch Jungrinder und besonders Färsen ausreichend mit Wasser versorgt werden und Schattenplätze aufsuchen können, damit sie Hitzeperioden ohne vermeidbare erworbene Langzeitschäden überstehen. Als ideal haben sich gut durchlüftete Offenfront-Ställe mit Weidegang auf Wechselweiden erwiesen.
Besonders oft werden Schafe vernachlässigt, weil sie als robust gelten. Dabei leiden sie von Natur aus eher stumm. Dies gilt insbesondere für Deichschafe, weil ihnen in aller Regel keine Schattenplätze zur Verfügung gestellt werden. Da das Gras oft karg ist, müssen sie ab 20º C bereits zusätzlich 15 bis 20 Liter Wasser aufnehmen können, bei über 30º C noch wesentlich mehr. Da reicht natürlich ein kleiner 1000-Liter Wasserwagen bei weitem nicht für mehrere hundert Tiere einer Herde, wenn er nicht mehrfach täglich nachgefüllt wird.
Leider beachten auch viele Hobby-Pferdehalter die vorstehend genannten Erfordernisse nicht. Es wäre gut, wenn die Veterinärämter alle Tierhalter anschreiben und auf ihre Pflichten als Tierhalter hinweisen würden.
Text zum Foto:Im Gegensatz zu Deichschafen an der See finden die Schafe an Binnengewässern wenigstens trinkbares Wasser, während beide der Sonne meistens schutzlos ausgesetzt sind. Das ist Tierquälerei. © Ingrid Wendt / AGfaN e.V.
Besonders oft werden Schafe vernachlässigt, weil sie als robust gelten. Dabei leiden sie von Natur aus eher stumm. Dies gilt insbesondere für Deichschafe, weil ihnen in aller Regel keine Schattenplätze zur Verfügung gestellt werden. Da das Gras oft karg ist, müssen sie ab 20º C bereits zusätzlich 15 bis 20 Liter Wasser aufnehmen können, bei über 30º C noch wesentlich mehr. Da reicht natürlich ein kleiner 1000-Liter Wasserwagen bei weitem nicht für mehrere hundert Tiere einer Herde, wenn er nicht mehrfach täglich nachgefüllt wird.
Leider beachten auch viele Hobby-Pferdehalter die vorstehend genannten Erfordernisse nicht. Es wäre gut, wenn die Veterinärämter alle Tierhalter anschreiben und auf ihre Pflichten als Tierhalter hinweisen würden.
Text zum Foto:Im Gegensatz zu Deichschafen an der See finden die Schafe an Binnengewässern wenigstens trinkbares Wasser, während beide der Sonne meistens schutzlos ausgesetzt sind. Das ist Tierquälerei. © Ingrid Wendt / AGfaN e.V.
Die "Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung" e.V. (AGfaN) ist ein Tierschutzfachverband, der sich schwerpunktmäßig mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung befasst. Sie lehnt die Nutztierhaltung nicht prinzipiell ab. Sie wendet sich aber entschieden gegen die praxisübliche Ausbeutung dieser leidensfähigen Mitgeschöpfe, die fast immer eng zusammengepfercht und bei Dämmerlicht vegetieren müssen. Das Anpassen der Tiere an die tierfeindlichen Lebensbedingungen durch Schnabelkürzen bei Puten, Moschus(Flug-)enten und Legehennen und das Kürzen der Schwänze bei Ferkeln sowie das Enthornen der Rinder wird abgelehnt.
Autor / Kontakt:Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. - Tierschutzfachverband
Herr Eckard Wendt
21435 Stelle
Fon: 04174-5181
Fax: 04174-5181
URL: http://www.tierschutz-landwirtschaft.de
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