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Chronischer Botulismus nicht existent?

Drucken 15.03.2011, 16:50 Uhr, Land & Forstwirtschaft

Chronischer Botulismus
Chronischer Botulismus nicht existent?

Nach wie vor sind die Meinungen zum chronischen Botulismus, einer Faktorenerkrankung, in der Fachwelt gespalten. Es sterben Kühe, Schweine, Wildfasane… . Es erkranken daran auch Menschen (nachgewiesen bei Landwirten und Tierärzten), wie Prof. Dressler von der Medizinischen Hochschule in Hannover bestätigt. Es gibt zum Krankheitsbild mittlerweile auch Berichte bei Pferden und Hunden.

Natürlich wissen wir nicht, warum das Krankheitsbild dieser Faktorenerkrankung der chronischen Clostridiose (chronischer Botulismus) so gehäuft in den letzten beiden Jahren Zeit auftritt. Und weil wir "Nichts wissen", wurde die GÖTTINGER ERKLÄRUNG von der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) deklariert, um anzuregen, entsprechende Forschungen in die Wege zu leiten, damit Antworten gefunden werden. In der Göttinger Erklärung werden viele Fragen gestellt, die sich aus mikrobiologischen Zusammenhängen heraus und dem Auftreten dieser neuen Faktorenerkrankung der Clostridiosen ergeben haben. "Wir Tierärzte fordern Klärung der vielen Fragen....", so das „Fazit“ der Erklärung, wie Gründer und Leiter der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA), Ernst-Günther Hellwig, Fachtierarzt und Diplomagraringenieur mitteilt.
Auch Prof. Dr. Gerhard Breves von der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat auf einer kürzlichen Plenarsitzung des niedersächsischen Biogasforums gesagt, dass es keinerlei Datenbasis für die Thesen der Göttinger Erklärung gäbe, so Pressemeldungen. Damit hat der Wissenschaftler absolut recht. Und gerade die Thesen der Göttinger Erklärung verlangen ja, diese bisher nicht vorhandene Datenbasis wissenschaftlich zu erarbeiten. Viele Mikrobiologen sind sich einig, dass Risikomaterialien wie Schlachtabfälle, Hühnerkot, Biomüllreste, also eiweißhaltige Gärsubstrate, eine höhere Clostridien- Sporen -Belastung hervorrufen können. Dies wird nicht einmal abgestritten. Und diese eventuell immens hohe Anzahl von Sporen übersteht den bisherigen Hygienisierungsprozess bei 70 Grad Celsius und 60 Minuten. Können diese in Massen in Biogasanlagen möglicherweise "angezüchteten" Sporen nun letztendlich diese beschriebenen Krankheitsbilder bei Mensch und Tier hervorrufen? „Erwachen“ solche Clostridiensporen im Magen-Darmtrakt von Tier und Mensch? Kommt es dann aufgrund einer Toxinbildung (Botulinumtoxin) der Bakterien zur Erkrankung des chronischen Botulismus? Ist das der Grund der Zunahme der vielen chronisch kranken und auch toten Kühe (und kranken Menschen) der letzten beiden Jahre in den landwirtschaftlichen Betrieben? Wir wissen es bisher nicht. Fragen über Fragen dieser begründeten Vermutungen, die es zu klären gilt, bevor es zu spät ist und die Sporenkontamination in die Umwelt nicht mehr zu stoppen ist.
Die Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) hat dem Fachverband Biogas vorgeschlagen, doch Untersuchungen zu Sporen in Biogasanlagen durchzuführen. Eine Probenuntersuchung kostet rund 14,00 Euro. Somit wäre dies ein einfaches und günstiges Verfahren, um überhaupt einmal festzustellen, ob sich Sporen während der Biogasprozesse anreichern. Allerdings wurde auf den Vorschlag der AVA bisher nicht geantwortet. Das Untersuchungsverfahren wurde mit einem Institut der Universität in Hannover abgesprochen. Fakt ist: Die Impfungen mit Impfstoff gegen Clostridium botulinum hilft in den meisten Betrieben, dass das Kuhsterben aufhört, so die Aussage eine Reihe von Tierärzten, die sich mit der Problematik intensiv beschäftigen. Und Impfungen wirken bekannterweise nur gegen das, gegen das man impft.

In einem Artikel vom 4.3. in der Schweriner Volkszeitung schreibt Redakteur Michael Beitien:
Ein Dorf wehrt sich gegen Biogas NEUKLOSTER - Der Widerstand im 60-Einwohner-Ort Rügkamp, einem Ortsteil der Stadt Neukloster, gegen eine geplante industrielle Biogasanlage wächst. "Das gesamte Dorf steht zusammen", sagt Anwohnerin Ines Diener. Gemeinsam mit 15 weiteren Rügkampern kam sie in dieser Woche in die Stadtvertretersitzung, um den Unmut über das Vorhaben zu äußern. Die Bewohner sorgen sich um Lärm- und Geruchsbelästigung, Straßenverschmutzung, Folgen der Monokultur durch zunehmenden Maisanbau und um Gesundheitsrisiken. "Für uns sind das tickende Zeitbomben", sagt Ines Diener... . Hier geht der Artikel weiter: http://www.svz.de/nachrichten/home/top-thema/article/1715/ein-dorf-wehrt-sich-gegen-biogas.html

Die AVA ist eine Fortbildungsgesellschaft mit dem Ziel der Aus- und Weiterbildung und der Verteilung von Informationen für den landwirtschaftlichen und tiermedizinischen Bereich. Gleichzeitig ist die AVA ein Forum für Landwirte und Tierärzte, das die Herausforderungen der Produktion gesunder Nahrungsmittel in den nächsten Jahrzehnten in den Blick nimmt.
»Ziel der Agrar- und Veterinär-Akademie ist es, die Probleme der modernen, nachhaltigen Landwirtschaft und Tierhaltung zu erörtern. Wir wollen gemeinsam Wege finden, um tiergerecht, praxisbezogen und verbraucherorientiert zu arbeiten.«
Ernst-Günther Hellwig, Gründer und Leiter der AVA, Horstmar-Leer


Autor / Kontakt:
Agrar- und Veterinär-Akademie
Herr EG Hellwig
48612 Horstmar-Leer
Fon: 02551-7878
Fax: 02551-34300
URL: http://www.ava1.de

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