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WAZ: Richtig helfen - Kommentar von Christopher Onkelbach

Drucken 31.01.2012, 18:58 Uhr, Kunst & Kultur
Essen (ots) - Kinder lernen die Sprache von selbst - wenn man mit ihnen spricht. Schon bevor ein Kind Mama sagen kann, ist es auf die fürsorgliche Ansprache angewiesen, denn in den ersten Lebensmonaten wird die Sprachregion im Gehirn trainiert. Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und Entwicklung - alles hängt auch davon ab, wie viel sprachliche Aufmerksamkeit Eltern ihren Kindern widmen. Fehlt es daran? Ist das der Grund, warum bei mittlerweile jedem dritten Vorschulkind Sprachentwicklungsstörungen festgestellt werden? Sicher, in manchen Familien ersetzt der Fernseher das Gespräch. Doch ein wichtiger Grund für den Befund dürfte sein: Je genauer man hinsieht, desto mehr wird entdeckt. Die verstärkte Aufmerksamkeit von Eltern, Erziehern, Ärzten und Lehrern für das Problem ist wichtig, sie erhöht aber zugleich die Fallzahlen. Dabei ist fraglich, ob immer die richtigen Kinder eine Sprachförderung erhalten. Dagegen bedrängen überbesorgte Eltern die Kinderärzte, ihnen eine Überweisung zum Logopäden auszustellen. Zum Wohle der Kinder sollte man sich davor hüten, aus einem pädagogischen Problem stets ein medizinisches zu machen. Nicht jeder lispelnde Dreijährige benötigt Therapie.



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