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WAZ: Internetsender 2010lab.tv - Das virtuelle Schloss - Kommentar von David Schraven

Drucken 25.08.2010, 18:57 Uhr, Kunst & Kultur
Essen (ots) - Das Internet-Projekt 2010lab.tv ist ambitioniert. Das ist klar. Eine kleine aber feine Zielgruppe soll mit diesem Computersender erreicht werden. Die Kreativen der Region sollen sich hier mit Texten und Bildern über Kultur austauschen. Nur mit Hilfe dieser Art von Projekten könnten die kreativen Köpfe im Ruhrgebiet gehalten werden, meint der Kulturmanager Dieter Gorny. Er hat damit Unrecht. Das 2010lab.tv ist nur ein Beispiel für die Subventionsmentalität der Kulturbürokraten, die darauf abzielen neue Fördertöpfe aufzubohren. Hier wird mit Millioneneinsatz etwas gemacht, was es schon gibt. Das Internetfernsehen, auf dem sich Künstler einem Massenpublikum darstellen, heißt Youtube. Für exklusivere Insiderzirkel gibt es weitere, ähnliche Plattformen im Netz. Alle diese finanzieren sich ohne staatliche Zuschüsse. Und alle sind kostenlos für jeden zugänglich. Um die kreativen Köpfe im Ruhrgebiet zu halten, braucht man keine Millionen für virtuelle Luftschlösser, die fast publikumsfrei agieren. Es geht um die wirkliche Welt. Hier müssen Freiräume geschaffen werden, in denen sich die jungen Menschen ausprobieren können. Wenn sie im wirklichen Leben etwas erreichen können, bleiben sie. Im Internet können sie auch anderswo surfen.



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