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WAZ: Gemeinsames Versagen. Kommentar von Frank Preuß

Drucken 20.01.2012, 19:40 Uhr, Kunst & Kultur
Essen (ots) - Es passt so sehr ins Klischee vom italienischen Machotypen, dass natürlich jeder drüber witzelt, obwohl in einem tödlichen Drama kein Platz für Humor ist: Ein Kapitän knallt mit einem Kreuzfahrtschiff auf einen Felsen, weil er mit einem riskanten Manöver einer hübschen Blondine an Bord imponieren wollte oder von ihr abgelenkt war?

Jenseits aller Spekulationen um die Tragödie vor der toskanischen Küste setzt sich aus den Bruchstücken von Aussagen und Informationen, aus Telefonmitschnitten und Videoaufnahmen ein Bild zusammen, das den Kapitän schwer belastet, aber eben nicht nur ihn. Warum hat die Reederei so spät reagiert? Ist sie nur den Lügen ihres Schiffslenkers auf den Leim gegangen oder hatte sie Grund, den Vorfall erst einmal zu bagatellisieren? Und, wie fatal: Warum hat die Mannschaft Passagiere in Schwimmwesten aufgefordert, wieder in die Kabinen zu gehen und einige damit möglicherweise in den Tod geschickt? Verantwortungslosigkeiten, mit denen sich der Staatsanwalt befassen wird.

Eine Woche nach der Katastrophe ist klar: Es ging schief, was schief gehen konnte. Und das Versagen hat viele Gesichter.



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