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Neue OZ: Kommentar zur Ausstellung "Die Staufer und Italien"
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03.10.2010, 22:00 Uhr, Kunst & Kultur
Digitalisierung, PISA-Horror, Ingenieur-Mangel - unter solchen Vorzeichen ist die Grundlagenforschung zuletzt unter Rechtfertigungsdruck geraten. Zumal die geisteswissenschaftliche.
Vollkommen zu Unrecht, wie derzeit die Staufer-Ausstellung in Mannheim besonders im Vergleich mit jener Staufer-Schau belegt, die 1977 700 000 Zuschauer nach Stuttgart gelockt hat. Geht es heute um die Vielfalt von Alltag, Wirtschaft, Staatlichkeit im Herrschaftsbereich einer halb Europa überspannenden Dynastie, stand damals anderes im Vordergrund: der schnelle Aufstieg der Staufer, ihr Regieren. Dazu das Anliegen, die Geschichtsbetrachtung in Deutschland generell einmal zu lösen von ihrer damaligen Totalfixierung auf Weimarer Republik und Nazi-Reich.
Das zeigt doch, wie grundlegend sich über eine einzige Generation hinweg die Fragen an ein und dieselbe Geschichte gewandelt haben. Nur Dumme würden behaupten, für Identität und Zusammenhalt der Gesellschaft sei die Beantwortung dieser Fragen weniger bedeutsam als Erkenntnisgewinn in Informatik, Ökonomie oder Gentechnik.
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