Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg warnt: Zahnersatzversorgung im Ausland
Die Innung weiter: Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) selbst kommt zu dem Ergebnis: Ein Drittel der jenseits der Grenzen erfolgten Zahnersatzversorgung sei nicht in Ordnung. Bei zwei Dritteln davon wurde empfohlen, den Zahnersatz sogar vollständig neu anfertigen zu lassen. Als Gründe zählt der MDK u.a. auf: „abstehende Kronenränder, fehlender oder fehlerhafter Gegenbiss, fehlerhafte technische Ausführung und nicht erhaltungswürdige oder parodontal vorgeschädigte Pfeilerzähne.“ Im Zahnärzteblatt Rheinland-Pfalz sind hierzu noch folgende arlarmierende Ergebnisse der MDK-Studie zu finden.
Weiter weist die Studie „darauf hin, dass in Deutschland für jeden gesetzlichen Krankenversicherten vor dem Anfertigen von Zahnersatz ein Heil- und Kostenplan erstellt wird, den die Krankenkassen überprüfen. Damit habe der Patient die Garantie, dass die Planung den Richtlinien und den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Vor der Behandlung im Ausland lag in 51 Prozent der Fälle ein deutscher Heil- und Kostenplan vor. Diese HKPs hätten auf die Art und Qualität der später im Ausland gefertigten Arbeit jedoch keinen Einfluss gehabt. [...] Insgesamt waren 45 Prozent des Auslands-Zahnersatzes andersartig, 33 Prozent gleichartig und 22 Prozent Regelversorgungen.“
„In keinem Fall der begutachteten Fälle“, so die Studie, „ gab es eine Konformitätserklärung. In Deutschland hat der Patient Anspruch auf eine Konformitätserklärung des zahntechnischen Labors mit Informationen über die verwendeten Materialien und deren chemische Zusammensetzung.“ [...]
Auch nicht „außer Acht gelassen werden dürfe, so der MDK, dass ja immerhin 45 Prozent der Auslandsversorgungen nicht richtlinienkonform und mängelbehaftet gewesen seien und somit Kosten für Nachbesserungen bzw. Neuanfertigungen anfielen. Selbst wenn der Zahnarzt im Ausland die Kosten für die Nachbehandlung übernehme, müsse der Versicherte erneut die Ausgaben für Hin- und Rückfahrt sowie Unterbringung tragen. Zudem sei es fraglich, wer die Mängel an dem im Ausland hergestellten Zahnersatz behebe und die dadurch entstehenden Kosten übernehme. Deutsche Zahnärzte könnten das Nachbessern von ausländischem Zahnersatz ablehnen, so lange nicht ein Notfall eintrete.“
Wenn sich aus dem hier Geschilderten ein Fazit ziehen lässt, dann dies: Die Patienten tragen das Risiko, so das Resümee der Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg.
Zur weiteren Information in diesem Zusammenhang empfiehlt die Innung u. a. den Patientenflyer „Risiko Auslandsbehandlung“ der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV Brandenburg). Darin werden sämtliche Fakten aufgeführt, die Patienten bedenken sollten, bevor sie einen Auslandszahnarzt aufsuchen. Besonders für Patientenaufklärung gut geeignet ist auch das Info-Blatt der Zahntechniker-Innung: „Qualitätszahnersatz von hier...!“ Beides kann über die Innungsgeschäftsstelle der Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg bezogen werden.
Hintergrundinfo:
Die Zahntechniker-Innung ist der freiwillige Zusammenschluss von selbstständigen Zahntechnikermeistern. Ihre Aufgabe ist die berufspolitische Interessenvertretung der gewerblichen Dentallabore in Berlin und Brandenburg.
Der ZIBB ( http://www.zibb.de )gehören über 300 gewerbliche Laboratorien mit rund 5000 Beschäftigten an. Damit sind in ihr mehr als 2/3 aller gewerblichen Labore der Region gemeinschaftlich organisiert.
Die ZIBB ist ein schlagkräftiger Wirtschaftsverband, der sich mit ganzer Kraft der Zukunftssicherung des Berufsstandes widmet und als moderne, berufspolitisch tätige Organisation sich überall dort Gehör verschafft, wo es zum Nutzen des einzelnen Betriebes wie des Handwerks insgesamt wichtig und notwendig ist.
Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg
Herr Michael Paul
Berlin
Fon: 0303935036
Fax: 0303926036
URL: http://www.zibb.de
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