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Folgekomplikationen durch Statine?

Drucken 05.06.2007, 16:29 Uhr, Gesundheit & Medizin

(fet) – Die Gabe des Cholesterinhemmers Statin kann zu einer gleichzeitigen Verminderung des für die Atmungskette so wichtigen Ubiquinon Q10 führen. Eine therapeutische Begleittherapie mit Q 10 könnte die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen sowie Herzkrankheiten und entzündlichen Prozessen verbessern, so Svent Haufe bei einem Ärztesymposium am 1. Juni 2007 in Bad Soden.

Ubiquinon Q 10 entsteht in den Zellen aus den Aminosäuren Methionin und Tyrosin sowie der Fettsäure Mevalonsäure. Der Elektronen- und Protein-Transporter sorgt für die Energieübertragung in der mitochondrialen Atmungskette und spielt somit eine entscheidende Rolle im sauerstoffabhängigen Zellstoffwechsel. Darüber hinaus ist Ubiquinon Q 10 ein wichtiger Biofaktor für den programmierten Zelltod, Wachstumskontrolle, Steuerung der Ionenkanäle, den Wasser- und Vitamin C- Pumpen, Zell-Zell-Verbindungen, der Proteinfaltung, der Versikelbildung und -migration sowie Sekretionskontrolle.

Die Cholesterin und Q 10 Biosynthese läuft über die Mevalonsäure. Statine sind Mevalonsäureblocker und können somit die Bildung von Q 10 hemmen. Dadurch ergeben sich neben den positiven Effekten von Statinen wie der Hemmung von Cholesterin, auch eine eingeschränkte Wirkung von Ubiquinon Q 10. Ferner kann Übergewicht, Diabetes mellitus, entzündliche Prozesse, physische und psychische Belastungen, Bestrahlungen sowie Umweltgifte den Bedarf an Ubiquinon Q 10 erhöhen.

Studien zeigten, dass eine Vorbehandlung mit Ubiquinon Q 10 die Wiederdurchblutungsschäden nach einer Herzoperation reduzieren kann. Gleichzeitig verlaufen Herzinsuffizienzen milder und die Überlebensrate nach einem Herzstillstand unter Nano-Q 10 Behandlung steigt von 29 Prozent auf 68 Prozent an (1, 2, 3).

Neben der verbesserten Behandlung für Herzpatienten ergibt die wissenschaftliche Datenlage weitere positive Wirkungen auf die altersbedingte Makula-Degeneration, Entzündungen des Zahnfleisches und Parondontose sowie Krebserkrankungen, Diabetes mellitus und Tinnitus.

Um eine therapeutische Wirkung zu erzielen, sollte laut Svent Haufe das Dosierungsspektrum zwischen 1 bis 12 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht liegen. Der normale Blutspiegel an Ubiquinon Q 10 liegt im Bereich von etwa 0,85 Mikrogramm je Milliliter. Die tägliche Zufuhr über die Nahrung liegt je nach Zusammensetzung zwischen 1 bis 3 Milligramm.

Redaktion: Anja Baustian

Literatur:

(1) Nawarskas J.: HMG-CoA Reductase Inhibitors and Coenzyme Q10.Cardiology in Review. March/April 2005; 13(2):76-79

(2) Franklin R. et al.: Coenzyme Q10 therapy before cardiac surgery improves mitochondrial function and in vitro contractility of myocardial tissue. J. Thorac. Cardiovasc. Surg. Jan 2005; 129: 25 - 32

(3) Maxwell D. et al.: Coenzyme Q10 Combined With Mild Hypothermia After Cardiac Arrest. Circulation. 2004; 110: 3011-3016


Autor / Kontakt:
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
Frau Anja Baustian
Aachen
Fon: 0241 - 96 10 30
Fax: 0241 - 96 10 322
URL: http://www.fet-ev.eu

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