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Erfolg für den Aktionsbund Aktiver Anlegerschutz: US-Lebensversicherungsfonds: Banken bieten Rückabwicklung der Fonds GAF Life 1 und 2 an
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15.11.2010, 13:12 Uhr, Finanzen & Wirtschaft
- Es steht jeder Genossenschaftsbank frei, ihren Kunden das Angebot zu machen oder nicht. Da die jeweilige Genossenschaftsbank einen Teil der Rückzahlung selbst tragen soll (im GAF Active Life 1 sind es 10%, im GAF Active Life 2 sind es 15%), wird es durchaus Banken geben, die nicht "mitmachen". Diejenigen Genossenschaftsbanken, die sich ihren Kunden gegenüber nicht generös zeigen, werden nach Einschätzung des AAA mit juristischen Angriffen zu rechnen haben.
- Die Citibank (heute Targobank), die zahlreiche Anleger eingeworben hat, will sich an den Angeboten nach derzeitigem Stand gar nicht beteiligen. Hier gilt das Gleiche: Die Kunden werden es nicht hinnehmen, nach der fehlerhaften Vertriebsleistung der Citibank nun auch noch bei der Rückabwicklung benachteiligt zu werden.
- Diejenigen Anleger, die ihren Anteil im Zweitmarkt erworben haben, erhalten kein Abfindungsangebot. Auch diesen Anleger bleibt nur der juristische Weg, wenn sie Schaden von sich abwenden wollen. - Schließlich muss auch jeder Kunde für sich selbst entscheiden, ob er das Angebot attraktiv findet oder nicht. Dabei spielen folgende Gesichtspunkte eine Rolle:
- In jedem Falle verloren ist der Teil der Zeichnungssumme, der über 90 % bzw. 75 % hinausgeht.
- Verloren ist auch das 5 %-ige Agio, das jeder Zeichner aufbringen musste.
- Verloren ist schließlich auch der positive Ertrag aus der Anlagesumme auf einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren (der Fonds 1 hat insgesamt nur 11 % ausgeschüttet, der Fonds 2 gar nichts).
- Da das Angebot in US-$ formuliert ist, müssen die Anleger schließlich auch den Währungsverlust "schlucken"; bei Platzierung der Fonds in den Jahren 2003-2005 war der US-$ gegenüber dem EURO weitaus härter als heute, so dass auch ein Währungsverlust in Höhe von bis zu 20 % der Beteiligungssumme eintritt.
- Die steuerliche Seite ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann zu Nachforderungen der Finanzbehörden kommen.
- Diesen Nachteilen steht positiv gegenüber, dass bei Annahme des Angebots Frieden geschaffen werden kann und weitere Streitigkeiten unterbleiben. Und positiv ist auch, dass sich die Bankenseite überhaupt "bewegt".
Die Einschätzung von Thomas Lippert: "Der Durchschnittszeichner hat in diesen Fonds ca. 20.000 US-$ investiert. Wer in dieser Höhe beteiligt ist, für den können die Angebote eine faire Lösung darstellen. Wer mehr investiert hat, wird nachdenken müssen - hier kann im Einzelfall viel für mehr Härte sprechen." Dr. Wolfgang Schirp: "Die große Gruppe von Anlegern, die kein Angebot erhält, muss ohnehin weiter um ihre Interessen kämpfen. Dennoch: Ein erster Schritt ist nunmehr getan. Das begrüßen wir ausdrücklich. Wir appellieren an alle betroffenen Banken, nun in der Abwicklung auch loyal mit ihren Kunden zusammen zu arbeiten."
Der genossenschaftliche Bankenverbund der Dachverband der Volks- und Raiffeisenbanken, und die Citibank (heute Targobank) hatten über 10.000 Anleger für ihre gemeinsam aufgelegten Fonds "GAF Active Life 1" und "GAF Active Life 2" gewinnen können. Diese beiden Fonds sollten in US-amerikanische Lebensversicherungspolicen investieren und auf diese Weise Renditen von über 8 % p.a. erzielen. Beide Fonds leiden jedoch unter großen wirtschaftlichen Problemen. Ein Kapitalverlust ist bereits heute gewiss. Im Zweitmarkt wurden die Fondsanteile in der Vergangenheit nur noch zu Kursen zwischen 30 und 35 % des Nominalwertes gehandelt; derzeit ist der Zweitmarkthandel ganz ausgesetzt. Die beteiligten Banken erklärten die Probleme mit einer überraschenden Steigerung der Lebenserwartung der US-Amerikaner; dadurch würden sich die Fälligkeiten der Policen zeitlich verschieben. Deshalb steige der Prämienaufwand des Fonds. Und dies alles sei nicht voraussehbar gewesen..
Nach den Recherchen des Aktionsbundes Aktiver Anlegerschutz e.V. (AAA), mit über 3.500 Mitgliedern Deutschlands größter Anlegerschutzverein im Bereich der geschlossenen Fonds, spricht viel für eine klare Verantwortlichkeit der Initiatoren. Kerstin Kondert, Vorstand des AAA: "Nach unseren Recherchen sind weniger als 50 % des Fondsvolumens tatsächlich in Policen investiert worden. Bei einer derart hohen Weichkostenbelastung sind positive Renditen von vornherein fast unmöglich." Der AAA hat seinen Mitgliedern daher dazu geraten, sich zusammen zu schließen und gemeinsam gegen die Initiatorenunternehmen vorzugehen. Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Schirp, Vertragsanwalt des AAA: "Wir haben durchgreifende juristische Ansatzpunkte gefunden. Eine erste Klage auf Akteneinsicht ist bereits eingereicht. Die Schadensersatzansprüche unserer Mitglieder machen wir zunächst außergerichtlich geltend, scheuen aber auch die gerichtliche Auseinandersetzung nicht."
Für weitere Informationen stehen zur Verfügung:
Thomas Lippert und Kerstin Kondert, Vorstände des AAA: Tel.: 030-31519340 oder 0178-5538572 (Lippert) bzw. 0172-3230077 (Kondert) E-mail: lippert@aktionsbund.de und kondert@aktionsbund.de
Dr. Wolfgang Schirp, Vertragsanwalt des AAA: Tel. 030-3276170 oder 0179-5320213
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