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Zukunftsmusik: Automatisches Fahren im realen Stadtverkehr
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11.10.2010, 00:00 Uhr, Auto & Verkehr
Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern pro Stunde konnte das Forschungsfahrzeug "Leonie" auf der zweispurigen Fahrbahn des Braunschweiger Stadtrings die Spur halten, Kreuzungen berücksichtigen, Hindernissen ausweichen sowie Abstände und Geschwindigkeiten dem fließenden Verkehr anpassen. Das Auto fährt zwar ganz allein, aus Sicherheitsgründen ist bei diesem Forschungsprojekt aber immer auch ein Fahrer dabei, der notfalls eingreifen kann.
Projekt Stadtpilot
"Stadtpilot" ist das erste Forschungsvorhaben weltweit, das automatisches Fahren im realen Stadtverkehr umsetzt. Es überträgt die Erfahrungen aus "Urban Challenge 2007" in den realen Straßenverkehr Braunschweigs. Bei diesem Wettbewerb hatte ein Team der TU Braunschweig mit dem Versuchsfahrzeug "Caroline" bereits vor einigen Jahren eindrucksvoll gezeigt, dass autonomes Fahren in Städten realisierbar ist. Nicht in naher Zukunft, doch in absehbarer Zeit schon.
Sicherheit steht immer im Mittelpunkt
Das DLR ist seit Mai 2010 an der Entwicklung des Fahrzeugs beteiligt. Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der simulativen Absicherung der Fahrfunktionen. Damit ein solches Fahrzeug als sicher gelten kann, muss es natürlich mit all seinen Funktionen in aufwändigen Prozeduren geprüft werden. Die bisherigen Fahrversuche auf Teststrecken werden für verschiedene, aufwändige Szenarien um Tests in der Simulation ergänzt. Das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik bildet im weiteren Projektverlauf das Braunschweiger Ringgebiet in Simulationen ab und integriert diese dann in einen der Fahrsimulatoren des DLR. "Alle Vorgaben, nach denen Leonie dann im realen Straßenverkehr autonom fährt, werden im Vorfeld in unserem Simulator auf ihre Funktionalität und ihre Sicherheit geprüft. Das ist insbesondere wichtig für die komplexen Verkehrssituationen des heutigen Stadtverkehrs", beschreibt Prof. Karsten Lemmer, Direktor des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik, die Arbeit.
"Leonie" ist zwar schon ziemlich autonom in der Stadt ganz alleine unterwegs, doch Ampelsignale erkennt das Auto noch nicht. Hier muss der mitfahrende Sicherheitsfahrer per Knopfdruck eingreifen. Ist die Ampel rot, betätigt er einen roten Knopf, ist sie grün, einen grünen. Mehr Hilfestellung gibt der Fahrer aber auch hier nicht. Bremsen und Anfahren übernimmt das Auto wieder ganz alleine.
Im Rahmen des Großprojekts "AIM" (Anwendungsplattform Intelligente Mobilität) rüstet das DLR auch Teile des Braunschweiger Ringgebiets mit Messgeräten und Kommunikationseinheiten aus. So können zukünftig die Ampeln mit dem Versuchsfahrzeug kommunizieren und ihm mitteilen, wann sie in eine andere Ampelphase umschalten. Mit diesem Wissen kann Autofahren zukünftig deutlich energiesparender werden. "Wenn wir mit AIM soweit sind, braucht das Versuchsfahrzeug auch den menschlichen, manuellen Ampelknopfdruck nicht mehr", verdeutlicht DLR-Wissenschaftler Lemmer seine Arbeit. "AIM kann somit die weiteren Forschungen für das autonome Fahren erheblich erleichtern."
Autor: Achim Stahn
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